Golf und andere Spiele – eine erotische Kurzgeschichte

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Zaghaft klopfte sie an die Tür. Als ein »Herein« erschallte, trat Ella mit behändem Schritt ein. Carina, ihre Ansprechpartnerin im Verlag, stand von ihrem Schreibtisch auf,  um sie freudig zu umarmen. Auch Ella war ehrlich erfreut, Carina zu sehen, ebenso war sie neugierig, was sie diesmal von ihr verlangte.
Ella war 28 und arbeitete als Schriftstellerin für einen mittelgroßen Verlag. Sie schrieb nicht nur eigens erdachte Werke, sondern fertigte auch auf Wunsch. Das heißt, wenn jemand etwas zu Papier bringen möchte, dies aber nicht kann. Dann kam sie ins Spiel und formte die Gedanken ihres Gegenübers zu etwas, das gelesen werden wollte.
Zunächst machten die beiden Frauen Small Talk. Ella merkte, dass Carina nicht so recht mit der Sprache rausrücken wollte, um welchen Auftrag es sich diesmal handelte. Dabei war Ella echt gut in ihrem Job, sie konnte selbst den größten und uninteressantesten Misthaufen in etwas verwandeln, das die Menschen lesen wollten. Und für ihr Alter konnte sie auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, sie schrieb Bücher für Leute mit vielfältigen Interessen, seien es Ratgeber für Heimwerker oder Biographien von gestressten Krankenschwestern. Denn der Kunde war König und bekam, was er wollte, selbstverständlich nur, wenn der Verlag das auch so sah. »Also …« fing Carina an, »es handelt sich diesmal um eine etwas heikle Angelegenheit. Ein bekannter Schauspieler hat bei uns angefragt, ob wir jemanden haben, der seine Memoiren verfassen könnte. Und da dachte ich sofort an dich. Allerdings haben wir die Sache noch lange nicht unter Dach und Fach. Er hat mehrere Verlage gefragt und möchte eine Art Einstellungsgespräch mit den geschickten Autoren machen.« Beschämt schaute Carina aus dem Fenster. Sie wusste, Ella war nicht der Typ für solche Anbiederungen. »Deshalb war ich mir mit unserem Chef nicht einig, ob du wirklich die Richtige dafür bist. Hättest du denn Interesse an dem Auftrag? Ich habe mich bei Herrn Krämer dafür eingesetzt, dass du zu diesem Gespräch für unseren Verlag gehen darfst. Und, was sagst du?« Weiterlesen